junge Hexe
*Mit einem leichten Knarren öffnet sich vor dir eine kleine Tür, kaum höher als ein Mensch, für jeden Elben schon zu niedrig.*
*Eine zierliche Frau tritt aus dem Halbdunken des, mit einigen Kerzen erleuchteten, Raumes...*


Ah, du bist es, tritt nur ein, ich habe dich bereits erwartet.
Du bist also gekommen um die Geschichte um Anna Lichtenhain zu hören. Nein, sprich jetzt kein Wort! Woher ich dies weiß fragst du dich? Nun, es gibt Dinge auf dieser, unserer geliebten Erde, die nicht jeder zu verstehen vermag. So ist es mir versagt zu verstehen warum ich weiß wieso du hier bist. Ich weiß es einfach und nehme dies, als eine mir von Zeyjaon verliehene Gabe hin.

Oh, keine Angst... ich weiß du wirst mich nicht an die armen, verirrten Seelen verraten, welche jeder meines Zeichens nach dem Leben trachten.
*Im düsteren Licht der Kerzen kannst du ein Lächeln auf dem Gesicht der jungen Frau erkennen*

Aber bitte, setz dich nur, dies wird eine lange Geschichte
*Die junge Frau deutet auf ein Lager in einer Ecke des Raumes*

Nun, alles begann in dieser kleinen Hütte. Ja, genau in dieser hier.. um nicht zu sagen genau dort, wo du gerade sitzt. Denn genau dort gebahr Katharina ihre erste und einzige Tochter in der warmen Nacht des zweiten Vollmondes im Drachenmond. Diese Tochter war Anna.
Als Tochter einer Hexe und unter einem so mächtigen Zeichen gebohren, war sich Katharina sofort der Macht dieser Tochter bewußt. Doch wusste sie auch um die große Bürde, die ihrer Tochter hiermit auferlegt wurde.
Die nächsten Jahre verbrachte Katharina im Schutze ihres Zirkels mit der Erziehung ihrer Tochter. Was sie schon immer wusste, bewahrheitete sich nun für jeden sichtbar, als Anna im zarten Alter von acht Jahren nach einem Sturz ihr aufgeschlagenen Knie selbst wieder heilte ohne auch nur im geringsten erstaunt darüber zu sein.
Die nächsten Jahre sind schnell erzählt, Katharina unterrichtete ihre Tochter in großer Ehrfurcht gegenüber der Natur in allem, was sie für ihr Leben brauchen sollte. So auch im Schneiderhandwerk, wofür sie extra eine befreundete Hexe bat, ihr die Kniffe des Handwerks näher zu bringen. Ihre Absicht war wohl, Anna die Möglichkeit zu bieten unter den "normalen" *die junge Frau zwinkert hier kurz mit dem rechten Auge* Menschen unerkannt leben zu können.

*schlagartig verfinstert sich der Gesichtsausdruck der eben noch so freundlichen jungen Frau und ein starker Windzug fegt durch die kleine Hütte.*
*mit leicht erzürnter Stimme fährt sie fort*


Dann, eines Tages, es war früh am Morgen, war das Aufschlagen von Hufen zu vernehmen. Es waren sicherlich fünfzig an der Zahl, sie hatten es irgendwie geschafft den Aufenhaltsort des Zirkels ausfindig zu machen und so ritt die Inquisition gnadenlos den Zirkel der Naturhexen nieder. Eine nach der anderen wurde abgeschlachtet oder zur weiteren Vernehmung inhaftiert. Nur wenigen gelang es zu fliehen und sich im Schutze des Waldes zu verstecken. Unter ihnen war auch Anna. Doch leider hatte ihre Mutter nicht so viel Glück, sie traf auf ihrer Flucht die Härte eines Armbrustbolzens und erlag später ihrer schweren Verletzung.
Anna selbst floh in das dichte Unterholz und verbarg sich in der Baumkrone eines Ahorns.

*genauso schlagartig wie er verschwand, taucht nun wieder der freundliche und liebevolle Gesichtsausdruck auf und mit sanfter Stimme spricht sie weiter...*
Ich hoffe ich habe dir keine Angst gemacht, dies war wirklich nicht meine Absicht.

Du ahnst es sicher schon, Anna wurde nicht gefunden und von da an... Sie war zu dieser Zeit süße fünfzeht Jahre alt und in voller Blüte *sie zwinkert verschmitzt* Du weißt schon was ich meine, oder? ...ja, von da an schlug sie sich allein durch. Jahre lang mied sie jeglichen Kontakt zu anderen Menschen, nur wenn es nicht anders ging, tauchte sie in entfernten Siedlungen auf um zu tauschen. Einzig die Waldelfen schienen es ihr angetan zu haben... Der Kontakt zu diesen scheuen Wesen blieb ihr zwar fast immer verwehrt, doch ihre Art faszinierte sie.

Letztendlich, sie war inzwischen über zwanzig und hatte ihre magischen Fähigkeiten weiter geschärft, entschied sie sich dazu den Kontakt zu den Menschen doch wieder zu suchen. Doch sie war immernoch verängstigt und scheu und gewöhnte sich nur langsam an die neue Situation.
Die erlernte Schneiderei zahlte sich nun aus, denn so konnte sie ihr wahres Ich verbergen.

*Die junge Frau blickt auf und mit einer Handbewegung lodern ein paar weitere Kerzen auf. Der Raum lässt sich nun ganz ergründen, was vorher im Schatten der Dunkelheit lag, liegt nun im sanften Licht des Kerzenscheins. Du blickst in einen kleinen Raum, spartanisch ausgestattet, mit vielen Kräutern an der Wand... an einer Wand befindet sich eine geschlossene Tür, die dir vorher nicht aufgefallen war.*

Und damit fingen die Probleme erst an... Aber dies ist Teil einer Geschichte, die ich dir das nächste Mal erzählen werde....

OOC:
Anna Lichtenhain ist eine gebürtige Hexe, aufgrund ihrer bisherigen Lebensgeschichte ist ihr Charakter eher scheu, zurückhaltend und misstrauisch gegenüber anderen Menschen. Doch versteckt sie dies normalerweise hinter einer enormen Freundlichkeit. Selten geschieht es auch, dass sie ihre freizügige und naturverbundenen Art auch in Gegenwart von anderen Mnschen zeigt, doch normalerweise sehen sie so nur die Bäume und die Tiere des Waldes. Sie hat ein gesteigertes Interesse an der Kultur der Waldelben und wird sicher das eine oder andere mal versuchen Kontakt zu diesen aufzunehmen. Als Tochter einer Anhängerin von Zeyjaron wurde sie ebenfalls in diesem Glauben erzogen und lebt im Einklang mit der Natur.
Die Schneiderei betreibt sie um sich in der Welt der normalen Menschen frei bewegen zu können. Dieses Handwerk bereitet ihr Freude und die genähten Kleidungsstücke an den Mann zu bringen ist ihr ein wahres Vergnügen. Es versteht sich von selbst, dass sie ihren Kunden zu eher freizügiger Kleidung rät und wenn sie einer jungen Frau ein in ihren Augen besonders kleidsames "Stück Stoff" verkaufen kann, ist ihr dies jederzeit lieber als die edelste Robe, welche leider viel zu viel der von Zeyjaron gegebenen Körper verdeckt.
Den Ursprung ihrer Kräfte sieht sie in der Natur selbst und von Zeyjaron gegeben. Sie verwendet sie gern um zu helfen, doch Ziel ihrer Hilfe sind sehr viel öfter Tiere als Menschen. Nur Menschen, zu denen sie Vertrauen gefasst hat, wird sie ihre Kraft offenbaren. Wenn dies bedeutet, dass ein Mensch durch ihre unterlasene Hilfe sterben muss, so war seine Zeit wohl gekommen, denn sonst hätte man sich wohl schon früher getroffen und vielleicht angefreundet. Zweifelsfrei geht diese Einstellung auch auf ihr tiefes Misstrauen gegenüber Menschen zurück.
Sie ist von zierlicher Gestalt, kaum größer als 160 Zentimeter. Ihre Haare sind sehr hell, fast weiß und meistens zu einem Zopf zusammengebunden. Ihre Augen leuchten in einem hellen grün. Trotz ihrer Scheu kleidet sie sich betont weiblich in hellen Farben. Nur selten trägt sie gedeckte Farben oder gar hoch-geschlossene Kleidung...